Tailored Fiber Placement (TFP)

Hightex Kompetenzfeld: Textile Präzision für komplexe Faserverbundbauteile

Das in unserem haus erfundene Tailored Fiber Placement (TFP) ist unser textilbasierter Schlüsselprozess, um Fasern in Verstärkungsstrukturen exakt entlang der Lastpfade zu legen – ressourcenschonend, reproduzierbar und endkonturnah. Mit TFP schöpfen wir das volle Potenzial faserverstärkter Materialien aus und ermöglichen eine mechanisch wie wirtschaftlich optimierte Bauteilgestaltung.

Kurzvorteile: beanspruchungsgerechte Faserorientierung · geringster Verschnitt · industrielle Reproduzierbarkeit · Unabhängig vom Faserwerkstoff · kontur­nahe Preforms

Unsere zufriedene Kunden

Logo 1
Logo 2
Logo 3
Logo 4
Logo 5
Logo 6
Logo 1
Logo 2
Logo 3
Logo 4
Logo 5
Logo 6
Fiber Placement (TFP)

Was ist Tailored Fiber Placement (TFP)?

Tailored Fiber Placement (TFP) ist ein textiles Fertigungsverfahren zur Herstellung komplexer, beanspruchungsgerechter Verstärkungsstrukturen für Faserverbundbauteile. Technisch basiert TFP auf einem modifizierten Stickverfahren: CNC‑gesteuerte Automaten platzieren Rovings (z. B. Carbon‑, Glas‑ oder Aramidfasern) auf einem Trägermaterial („Stickgrund“) entlang beliebig gekrümmter Kurven und fixieren sie durch Nähstiche. Dadurch entstehen ebene Teil‑Preforms (Sub‑Preforms) mit variabler Faserorientierung in der Ebene – die Grundlage für eine beanspruchungsgerechte, optimale Bauteilmechanik.

Abgrenzung zu klassischen Faserlegeverfahren: Im Gegensatz zu Verfahren mit denen Preforms aus unidirektionalen, gewebten oder gelegten Halbzeugen gefertigt werdenermöglicht TFP die gezielte Führung von Rovings in frei definierbaren Kurven inklusive lokaler Aufdickungen durch wiederholtes Übereinandernähen. Das Ergebnis: lastpfadoptimierte Faserverläufe, minimierter Materialverbrauch und eine deutliche Reduktion der Aufwandes für die Herstellung der Preforms.

Grundprinzip in Kürze:

  • CNC‑gesteuertes Ablegen von Rovings auf Stickgrund
  • Fixieren per Ober-/Unterfaden aus prozess- und matrixkompatiblem Garn
  • Lokale Wanddickenvariationen durch Mehrlagen-Stichführung
  • Endkonturnahe, verschnittfreie Preforms für den nachfolgenden Konsolidierungs‑/Infiltrationsprozess

 

Fiber Placement (TFP)

Historie des Tailored Fiber Placement

Die TFP-Technologie wurde Anfang der 1990er-Jahre am IPF Dresden entwickelt.Die Entwickler des TFP, Dr. Gliesche und Dr. Dirk Feltin gründeten 1993 das Unternehmen Hightex.

Ursprünglich entstanden die Verstärkungsstrukturen (Preforms) in Handarbeit, nachdem aus der Industrie der Bedarf an faserverstärkten Kunststoffbauteilen (FVK) mit spannungsoptimierter, gekrümmter Faserführung geäußert wurde. Mitte der 1990er Jahre passte man das Verfahren so an, dass es auf industriellen Stickmaschinen umsetzbar war, wobei deren Nähfunktionen gezielt genutzt wurden. Der Begriff „Tailored Fiber Placement“ (maßgeschneiderte Faserablage) bezieht sich auf die Möglichkeit, Fasern variabel, axial und endkonturnah zu positionieren.

Tailored Fiber Placement (TFP) - Erklärungsvideo

TFP ist ein hochmodernes, CNC-gesteuertes Stickverfahren, das Verstärkungsfasern (wie Carbon oder Glas) exakt dort platziert, wo sie mechanisch benötigt werden.

Das TFP‑Verfahren im Detail

1 Daten & Lastpfade

Ableitung der gewünschten Faserverläufe aus Simulations- und Bemessungsdaten.

2 Programmierung

Überführung des Faserverlaufs in CNC‑Stickbahnen mit definierter Stichweite und Nähparametern.

3 Faserablage

Gekrümmte, beanspruchungsgerechte Ablage der Rovings auf dem Stickgrund, inkl. definiertem Spreizen der Rovings.

4 Fixierung

Festnähen der Rovings (Ober-/Unterfaden) – kompatibel mit späterem Harz-/Matrixsystem.

5 Preforming

Bildung von Sub‑Preforms; ggf. Fügen mehrerer Teil­strukturen, Drapieren für doppelt gekrümmte Geometrien.

6 Weiterverarbeitung

Infiltration mit einer duroplastischen Matrix oder thermoplastische Konsolidierung zum finalen Faser‑Kunststoff‑Verbund

Das TFP‑Verfahren im Detail

Steuergrößen

Faserorientierung, Stichweite, Nähgeschwindigkeit, Faden-/Garnsystem, Trajektoriengenauigkeit, Roving­breite (inkl. Spreizen), Übernähhäufigkeit zur lokalen Dicken­einstellung.

Materialkombinationen

Carbon, Glas, Aramid sowie natur- und keramikbasierte Fasern. Der Stickgrund kann prozessbedingt nachgelagert entfernt werden und beeinflusst die spätere Struktur dann nicht.

Integration in Reinforced Plastics

TFP‑Sub‑Preforms lassen sich prozesssicher in alle Faserverbundbauteile integrieren und mit weiteren Preforming‑Technologien kombinieren. Für das Fügen und Montieren der Preforms sind anwendungsspezifische Werkzeuge sinnvoll (z. B. beheizte Formen), um Drapierfähigkeit, Radien, Faservolumengehalt und Schichtdickenverläufe optimal einzustellen.

Das TFP‑Verfahren im Detail
Vorteile & Nachteile des Tailored Fiber Placement

Vorteile & Nachteile des Tailored Fiber Placement

Vorteile (Auszug):

  • Beanspruchungsgerechte Faserablage: variable Faserwinkel (0°–360° in der Ebene) für winkelvariable Faserorientierungen
  • Mechanische Performance: maximale Steifigkeit und Festigkeit des Bauteils durch optimale Lastübertragung
  • Materialeffizienz: endkonturnahe Preforms mit geringem Verschnitt – spart Rohstoffe, Zeit und Kosten
  • Reproduzierbarkeit & Automatisierung: CNC‑geführt, skalierbar in Großserie
  • Designfreiheit: lokale Wanddickenvariationen, variable Rovingbreiten, kombinierbar mit Thermo‑ und Duroplasten

Potenzielle Nachteile / Herausforderungen:

  • Prozess‑Komplexität: Anforderung an Trajektorienplanung, Garn-/Materialpaarung und qualitätssicheres Fügen von Sub‑Preforms
  • Schnittstellen: Kompatibilität von Stickgrund, Nähgarn und Matrixsystem muss pro Bauteil validiert werden

Werkstoffe & Materialeigenschaften

Fasern: alle textil verarbeitbaren Fasern können in Abhängigkeit von den konkretem Anforderungen an Mechanik, Temperatur- und Medienbeständigkeit genutzt werden

  • Carbon (CF)
  • Glas (GF)
  • Aramid (AF) 
  • Natur- und Keramikfasern
  • Metallfasern und -drähte


Matrixsysteme: alle Matrixsysteme möglich, Duroplaste und Thermoplaste; auch Hybridgarne und vorimprägnierte Systeme, wie Tapes oder Towpregs können verarbeitet werden

Eigenschaftsprofil (beispielhaft):

  • Druck- & Zugfestigkeit: gezielte Fasertrajektorien für höchste Festigkeiten und maximalen Leichtbaugrad
  • Impact‑Verhalten: definierte Lastpfadführung reduziert Spannungsspitzen und erlaubt maximale Energieaufnahme
  • Anbindung / Hybridisierung: geeignete Werkstoff‑ und Prozesspaarungen ermöglichen Inserts und Multi‑Material-Designs
1 (6)

Anwendungen von TFP in der Industrie

Luftfahrt: Rahmen- und Stringerstrukturen, Sitzkomponenten, Winglets – Gewichtsreduktion bei hoher struktureller Integrität.

Automobil: Crash­relevante Verstärkungen, lokale Versteifungen, lastpfadgerechte Leichtbaukomponenten.

Raumfahrt: hochtemperaturstabile Strukturen, Antennen‑ und Rahmenbauteile mit präziser Faserführung.

Industrie & Maschinenbau: Robotik‑Arme, Rotor‑/Druckbehälter‑Preforms, Sportgeräte und präzise Gehäusestrukturen.

Forschung, Innovation & Weiterentwicklung

  • Kooperationen: enge Zusammenarbeit mit Universitäten und Forschungseinrichtungen für Methoden‑, Material‑ und Prozessinnovation
  • Automatisierung & Inline‑Qualität: fortlaufende Weiterentwicklung von Prozessüberwachung und Trajektorien‑Genauigkeit
  • Hybrid & Additiv: Kombination von TFP‑Preforms mit additiven und hybriden Fertigungsverfahren zur Funktionsintegration
prinzip_af3000-958a541d

Hightex‑Kompetenzen im Bereich TFP

  • Eigene TFP‑Anlagen & Kapazitäten: industrielle Serienfähigkeit und Prototyping aus einer Hand, vom Einzelstück bis hin zur automobilen Großserie
  • Kundenspezifische Gelege & Preforms: anforderungs‑ und kontur­gerechte Auslegung inkl. Roving‑Spreizung und lokalen Dickenvariationen
  • Engineering & Prozessintegration: Engineering-Unterstützung der Kunden von der Idee, der Bauteil- und Prozessgestaltung über die Auslegung des optimalen Lastpfad­design, die Programmierung und Bemusterung der Stickprogramme bis zur Bauteil­konsolidierung
  • Referenzen: TFP‑basierte Preforms für anspruchsvolle Rahmen‑ und Strukturbauteile in der Luftfahrt (u. a. Carbon Window Frames)

Unsere Projekte für unsere Kunden

Aus unserer Erfahrung zeigt sich: Tailored Fiber Placement entfaltet seinen größten Nutzen, wenn Lastpfade aus der Simulation konsequent in optimierte Verstärkungsstrukturen und Preforms überführt werden und die Chancen einer großserienfähigen Fertigung früh berücksichtigt werden. Zwei fiktive, aber realistisch angelegte Beispiele veranschaulichen typische Ergebnisse.

FAQ / Technische Parameter

TFP (Tailored Fiber Placement) ist ein textilbasiertes Stick‑/Nähverfahren zur Ablage einzelner Rovings entlang gekrümmter Lastpfade auf Stickgrund. AFP (Automated Fiber Placement) legt vorgespreizte Tapes/Tows mittels Legeköpfen ab. TFP bietet hohe Trajektorienfreiheit und endkonturnahe Preforms auf textilem Substrat.

Die Stichweite beeinflusst die Fixierung und lokale Konsolidierung des Rovingverlaufs. Zu wählen ist eine Stichgeometrie, die die Faserlage sicher fixiert, ohne ungewünschte Kerb‑ oder Harzanhäufung zu begünstigen – abgestimmt auf Garn, Rovingbreite und Matrixsystem.

Carbon‑, Glas‑, Aramid‑, Natur‑ und Keramikfasern; Matrixsysteme aus Duro‑ oder Thermoplasten. Wichtig sind kompatible Garn‑/Unterfaden‑Systeme und ein prozessgeeigneter Stickgrund.

Die erreichbare Festigkeit ist bauteilspezifisch und hängt von Fasertrajektorien, Lagenaufbau, Rovingbreite, Stichbild sowie Harzsystem ab. Durch lastpfadgerechte Faserführung lassen sich herausragende mechanische Kennwerte bei geringer Streuung erzielen. Im Ergebnis sind die zulässigen Spannungen in TFP-Bauteilen üblicherweise höher als in klassischen FVK-Bauteilen.

Maximierte Materialeffizienz durch lastpfadoptimierte Mechanik, reproduzierbare Serienfähigkeit und kontur­nahe Preforms – insbesondere für komplexe Geometrien. Die endkonturnahe Fertigung der Preforms reduziert den Verschnitt und verbessert dadurch nicht nur die Kostensituation sondern ist auch ein signifikanter Nachhaltigkeitsvorteil.

Tailored Fiber Placement für Ihre Anwendung – Hightex ist Ihr Partner für Präzision im Composite Engineering.

Jetzt Kontakt aufnehmen – wir beraten Sie zu Auslegung, Preforming und Serienintegration.

Hightex
Überblick über den Datenschutz

Diese Website verwendet Cookies, damit wir Ihnen die bestmögliche Benutzererfahrung bieten können. Cookie-Informationen werden in Ihrem Browser gespeichert und dienen dazu, Sie wiederzuerkennen, wenn Sie auf unsere Website zurückkehren, und unserem Team zu helfen, zu verstehen, welche Bereiche der Website Sie am interessantesten und nützlichsten finden.